Erhöht der Stromanbieter die Preise, genießt der Kunde ein außerordentliches Kündigungsrecht. Durch einen Wechsel zu einem preiswerten Anbieter lassen sich meist deutlich höhere Beträge als nur die aktuelle Preiserhöhung einsparen.

Wie läuft der Wechsel ab?

Anders als bei einem regulären Anbieterwechsel muss der Kunde seinen bisherigen Vertrag meist selbst kündigen, wenn er von seinem Sonderkündigungsrecht nach einer Tariferhöhung Gebrauch macht. Die hierfür geltende Frist von vier Wochen ist zu kurz um sicherzustellen, dass der neue Anbieter die Kündigung fristgemäß im Auftrag des Kunden vornehmen kann. Im Zweifelsfall sollte gezielt beim neuen Anbieter nachgefragt werden. Weitere Schritte sind nicht erforderlich. Der neue Anbieter teilt dem Kunden mit, wann er die Lieferung übernimmt. Dabei ist es unerheblich, ob dies innerhalb der Kündigungsfrist geschieht. Der lokale Stromversorger beliefert den Kunden solange weiter, bis der neue Anbieter die Lieferung übernimmt. Anders als beispielsweise beim Wechsel des Internetproviders kann es sowohl aus technischen als auch aus rechtlichen Gründen zu keiner Lieferunterbrechung kommen. Der neue Anbieter nutzt die vorhandenen Leitungen und Stromzähler, es sind keine Arbeiten vor Ort beim Kunden erforderlich.

Einsparpotenzial beim Anbieterwechsel

Die genaue Höhe der jährlich erzielbaren Einsparungen hängt von zahlreichen Details ab. Dazu gehört beispielsweise, ob der Kunde eine Preisgarantie wünscht oder zu Vorauszahlungen bereit ist. Beides kann bei Strompreisvergleichen im Internet als Suchkriterium für geeignete Tarife berücksichtigt werden. Typischerweise können Familien durch einen Anbieterwechsel mehrere hundert Euro jährlich einsparen. Selbst durch einen Wechsel zu einem Ökostromtarif kann noch viel Geld gespart werden, wenn bislang Strom vom oft teuren örtlichen Grundversorger bezogen wird. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Japan machen gegenwärtig sehr viele Kunden von dieser Möglichkeit Gebrauch, umweltfreundliche Technologien zu unterstützen.