Gute Nachrichten für alle, die in naher Zukunft ihren Stromanbieter wechseln wollen: Der Wechsel zwischen den Strom- und Gasanbietern soll nämlich künftig – ganz im Sinne des Verbrauchers – wesentlich schneller vonstattengehen. Die Bundesnetzagentur teilte am vergangenen Freitag in Bonn mit, dass ein Wechsel des Lieferanten demnächst nur noch maximal drei Wochen dauern dürfe.

Schneller und einheitlicher

Weiterhin wurde mitgeteilt, dass der Liefervertrag dann an jedem beliebigen Werktag beginnen könnte. Bisher ist es noch so, dass der Vertragsbeginn lediglich zum Ersten eines Monats möglich ist. Die ab dem 1. April 2012 geltenden neuen Regeln ermöglichen den Verbrauchern ein Höchstmaß an Flexibilität, erklärte nun Matthias Kurth, seines Zeichens Präsident der Bundesnetzagentur. Mit der verbesserten, kundenfreundlicheren Regelung werde der Wechselprozess auch den mittlerweile geänderten gesetzlichen Vorgaben angepasst. Es wurde Wert darauf gelegt, eine verlässliche Grundlage für die Durchführung eines Stromanbieterwechsels zu gewährleisten.

Wie funktioniert der Wechsel?

Auf Internetseiten wie stromauskunft.de können Verbraucher einen Anbietervergleich anstellen. Dazu dienen die sogenannten Stromrechner. Hier gibt man einfach seine Postleitzahl und einen durchschnittlichen Stromverbrauch ein und bekommt eine Auflistung der jeweils günstigsten, regionalen Stromangebote. Man sollte die Konditionen der Anbieter stets ganz genau unter die Lupe nehmen, da es vereinzelt auch vorkommen kann, dass ein Versorgungsangebot speziell auf die Vergleichsrechner zugeschnitten wurde und dafür anderweitige Nebenkosten hinzugefügt wurden oder der Vertrag mit Laufzeiten aufwartet, die für den Kunden nicht mehr nachvollziehbar sind. Hat man einen passenden Anbieter gefunden, erledigt dieser im Falle eines Wechsels auch die Abmeldung bei dem bisherigen Stromversorger. Natürlich ist es heute auch möglich, Strom aus regenerativen Energiequellen beim Versorger zu bestellen. Der speist dann die bestellte Menge Ökostrom in sein Netz ein. Der Strom, der im Enddefekt bei den Verbrauchern aus der Steckdose kommt, bleibt aber derselbe regionale Strommix wie bisher. Die Energieversorger verpflichten sich lediglich, die von den Kunden angeforderte Menge Naturstrom in ihren Mix zu integrieren. Der eigentliche „Wechsel“ findet lediglich im Vertrag statt.

Muss man Ausfälle fürchten?

Das kann grundsätzlich verneint werden. Immerhin ist die Versorgung in Deutschland gesetzlich geregelt und schreibt vor, dass jeder Versorger seine Kunden ohne Unterbrechung mit Strom beliefern muss. Selbst wenn ein kleinerer Anbieter einmal pleitegehen sollte und damit auch eine weitere Versorgung nicht mehr gewährleistet werden könnte, tritt der sogenannte Notstromversorgungsplan in Kraft. Der besagt, dass im Notfall einfach der regionale Netzbetreiber in die Bresche springen muss. Für den Kunden kann sich das in finanzieller Hinsicht natürlich auch negativ auswirken, weil die Preise des regionalen Netzbetreibers meist über den Tarifen der kleinen Billiganbieter liegen.