Dem global rasant wachsenden Individualverkehr stehen begrenzte Erdölvorräte gegenüber. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Nutzung von Benzinmotoren zwangsweise ihr Ende finden wird. Alternativen sind schon heute gefragter denn je: Ist das Elektroauto die Lösung?

Erdöl ist eine kostbare Ressource und wird künftig knapper und teurer werden. Der Lebensstandard in bevölkerungsreichen Schwellenländern wächst, wodurch der Energiehunger der Menschheit um ein Vielfaches steigen wird. Damit individuelle Mobilität in diesem großen Ausmaß auf Dauer möglich wird, müssen Alternativen zu Benzin- und Dieselmotoren zur Serienreife gebracht werden. Entsprechende Modelle in Form von Elektroautos mit Akkuantrieb sind bereits verfügbar und vereinzelt auf den Straßen unterwegs. Zwar gibt es einige technische Probleme, die noch nicht serientauglich gelöst sind (begrenzte Reichweite, niedrige Höchstgeschwindigkeit), doch arbeiten die Entwicklungsabteilungen mehrerer grofler Automobilhersteller mit Hochdruck an der Weiterentwicklung des Systems und dem Aufbau der nötigen Infrastruktur.

Elektromobilität bedingt den Ausbau erneuerbarer Energien

Die Entwicklung von Elektroautos ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Solange sie weitgehend mit herkömmlich produziertem Strom aufgeladen werden, wird das Energieproblem nur verschoben. Um den Autoverkehr CO2-neutral und umweltschonend zu gestalten, muss die Nutzung erneuerbarer Energien zügig vorangetrieben werden. Welche Form der Energieerzeugung sich langfristig durchsetzen wird: Strom aus Wind- und Sonnenenergie oder aber der solare Wasserstoff, der als Energieträger im Auto wieder in Strom umgewandelt wird, das wird die Zukunft zeigen. Klar ist schon heute, dass Elektroautos (ob mit Elektromotor oder Brennstoffzelle) beim Ausgleich von zwangsläufigen Produktionsschwankungen erneuerbarer Energien ein gewichtiges Wörtchen mitreden werden.

Wohlstand für Südeuropa – Solarenergie als Exportschlager

Auch das Wohlstandsgefälle zwischen Norden und Süden könnte durch den Ausbau der Elektromobilität gemildert werden. Werden die weniger wirtschaftsstarken Länder Südeuropas künftig die Hauptenergielieferanten für den gesamten Kontinent sein? Wird Griechenland seine Schulden in Kilowattstunden zurückzahlen? Das wird davon abhängen, ob und wann es gelingt, das Transportproblem gröflerer Mengen von Solarstrom oder solarem Wasserstoff ökonomisch sinnvoll zu lösen. Hierzu sind nicht nur technische Weiterentwicklungen nötig, sondern es gilt auch, Investoren von der Zukunftsträchtigkeit der Sonnenenergie zu überzeugen.

Die Zukunft der individuellen Mobilität wird ganz entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, Elektromotoren und Brennstoffzellen zu einer praxistauglichen Serienreife zu bringen, sodass sie auch für den Durchschnittsverdiener erschwinglich werden. Zudem gibt es auf dem Gebiet der Energieerzeugung noch viel zu tun, damit die Umweltbilanz der Elektroautos stimmt. Eine lohnenswerte Herausforderung für diese und die nächste Generation, deren Bewältigung das Gesicht unserer Erde positiv verändern wird.