Die Regierung plant, die Förderung für sogenannte Mini-Blockheizkraftwerke zu erhöhen, mit denen Verbrauer selbst Strom produzieren können. Bislang konnten sie sich in Deutschland noch nicht gegen Photovoltaikanlagen durchsetzen.

Höhere Zuschüsse für das eigene Kraftwerk im Garten

Der aktuelle staatliche Fördersatz für den mit Mini-Blockheizkraftwerken erzeugten Strom wurde im Juli von 5,11 Cent pro Kilowattstunde auf 5,41 Cent erhöht, um diese Form der privaten Stromerzeugung attraktiver zu machen. Was kaum jemand weiß: Während Besitzer von Photovoltaikanlagen nur für die ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Energie eine Förderung erhalten, bekommen die Besitzer eines Mini-Blockheizkraftwerkes auch für den Strom, den sie selbst zu Hause verbrauchen, die Förderung. So lässt sich viel Geld sparen.

Lohnt sich die Anschaffung eines Mini-Blockheizkraftwerkes?

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Ein BHKW, so die Kurzform, ist in der Anschaffung um einiges teurer als die Solarpaneele auf dem Dach, wobei es möglich ist, einige Zuschüsse aus staatlichen Fördertöpfen zu kassieren. Trotzdem liegen die Anschaffungskosten je nach Größe zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Dazu kommen die Betriebskosten für das eigene Kraftwerk, das natürlich nicht nur von Luft und Liebe leben kann. Die meisten Mini-BHKWs werden mit Erdgas betrieben, sodass diese laufenden Kosten ebenfalls einkalkuliert werden müssen. Manche nutzen auch Biogas, Rapsöl oder Holzpellets, wobei die Variante mit Heizöl aufgrund der explodierten Ölpreise nicht anzuraten ist.

Die Installation eines Mini-BHKWs ist übrigens nicht so umständlich, wie viele Menschen befürchten: In der Regel sind die Geräte nicht größer als eine Waschmaschine und können problemlos im Keller untergebracht werden.

Wie funktioniert ein Mini-Blockheizkraftwerk?

Ein Mini-BHKW muss man sich so vorstellen wie einen Motor, der einen Generator antreibt, sodass dieser Strom erzeugt. Die Wärme, die der Motor erzeugt, wird in die eigene Heizung eingespeist. Daher lohnt sich ein Mini-BHWK eigentlich nur, wenn die Heizung ganzjährig in Betrieb ist und eine entsprechend hohe Leistung bringen muss, z.B. in sehr kühlen Regionen am Meer oder in den Tälern. Wenn keine Heizwärme gebraucht wird, kann auch der Motor nicht laufen, sodass auch kein Strom erzeugt wird. Ein Bedarf von etwa 5.000 Stunden im Jahr sollte schon vorhanden sein.

In der Regel lohnen sich Mini-BHKWs deswegen auch nur bei Altbauten, in denen die Heizkosten relativ hoch sind. Bei neuen wärmegedämmten Niedrigenergiehäusern ist die Anschaffung sinnlos, da einfach nicht genügend geheizt wird. Interessant ist die Investition eher für eine gemeinsame Wohnanlage mit mehreren Mietwohnungen, wo genügend Wärmebedarf vorhanden ist und die Mieter die Kosten teilen. Für normale Besitzer von Einfamilienhäusern oder Etagenwohnungen lohnt sich das Mini-Blockheizkraftwerk eher nicht zum Sparen.