Das neue Jahr beginnt für einige mit einem Kater, für die meisten aber mit einer dicken Strompreiserhöhung. Das liegt längst nicht nur an der EEG-Umlage. Die vier größten deutschen Energieversorger, allesamt vom straffen deutschen Atomausstieg und der Energiewende betroffen, haben trotz zwangsabgeschalteter Atommeiler im Vergleich von 2011 zu 2012 keine Umsatzeinbußen verkraften müssen.

Notleidende Stromversorger?

Steckdose

Geldverschwendung beim Strom? Durch einen Anbieterwechsel zu hohe Stromkosten vermeiden!
© jogyx – Fotolia.com

Im Gegenteil: Während der Gewinn bei Vattenfall stagnierte, konnten diese bei der baden-württembergischen EnBW und der in Westdeutschland starken RWE leicht gesteigert werden. Marktführer E.ON, Großversorger von Schleswig-Holstein bis ins tiefste Bayern, fuhr mit 132 Millionen Euro Umsatz ein Plus von satten 19 Millionen Euro ein. Der Wechselfaulheit der Deutschen sei Dank, werden die Stromriesen auch bei der Jahresbilanz 2013 kaum mit dramatischen Umsatzeinbrüchen rechnen müssen.

Notleidende Stromkunden?

Jährlich verteuert sich die EEG-Umlage und bringt damit so manchen Haushalt in Geldnot. Ungefähr 800.000 Haushalten wurde 2012 in Deutschland der Strom abgestellt, weil sie die Rechnung dafür nicht zahlen konnten. Besonders die Bevölkerungsschichten mit niedrigeren Schulabschlüssen und dementsprechend niedrigerem Einkommen sind es, die ihrem teuren Stromversorger am treuesten ergeben sind. Viele fühlen sich vom unüberschaubaren Angebot, undurchsichtigen Vertragsklauseln und den Wechselformalitäten überfordert. Dabei machen kostenlose Stromrechner im Internet das Wechseln einfach, schlüsseln alle wichtigen Informationen im Vertrag übersichtlich auf und erklären unverständliche Begriffe. Auch Verbraucherzentralen bieten Hilfe beim Stromanbieterwechsel an.

Stromanbieterpleiten schrecken ab

Die Komplexität des Themas Stromvergleich und -wechsel ist nur einer der Faktoren, die für die große Unsicherheit der Verbraucher sorgen. Die medienträchtigen Pleiten der Billigstromanbieter TelDaFax und FlexStrom machte die zart keimende Wechselbereitschaft sofort zunichte. Verbraucherschützer, Stiftung Warentest und Co. raten schon länger dazu, Tarife mit Vorauskasse zu meiden. Dann kann beim Tarifwechsel nicht viel schiefgehen: Wird der Stromanbieter doch insolvent, fällt man zurück in die etwas teurere Grundversorgung und macht sich einfach erneut auf die Suche nach einem günstigen Anbieter. Strom ist immer da, Geld büßt man nicht ein. Der Preiskampf unter den Anbietern wird weiter angeheizt. Vor allem aber: Man zahlt deutlich weniger. Trotz EEG-Umlage.