Was ist Ökostrom?

Solarplatten

© Hemera/Thinkstock

Ökostromprodukte haben sich über die letzten Jahre mehr und mehr beim Verbraucher durchgesetzt. Durch die allgemein klimabewusstere Einstellung der Deutschen wurden sie seit der Jahrtausendwende immer populärer. So betrug der Anteil von Ökostrom im Jahre 2000 etwa 6,6% des insgesamt erzeugten Stroms, während im ersten Halbjahr 2011 der Anteil schon bei 20,8% lag. Für das Jahr 2020 hat sich die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel von 38,6% gesetzt.

Als Ökostrom wird generell Strom bezeichnet, der aus erneuerbaren Quellen stammt. Hierzu zählen beispielsweise Windkraft, Solarenergie, Biomasse oder auch Geothermie. Eine einheitliche Definition gibt es jedoch bis heute nicht. Dies ist auch ein Grund dafür, warum es heutzutage sehr viele Ökostromprodukte gibt, die dem Verbraucher suggerieren, umweltfreundlichen Strom zu beziehen, obwohl tatsächlich weiterhin auf Energiequellen wie Braunkohle gesetzt wird. Wer wirklich Ökostrom beziehen will, sollte daher darauf achten, dass das Stromprodukt vom TÜV zertifiziert ist. Weiterhin gibt es verschiedene Gütesiegel und Labels von unterschiedlichen Verbänden, beispielsweise das OK Power-Label, welches ebenfalls tatsächlich ökologisch unbedenkliche Stromprodukte auszeichnet.

Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Mitverantwortlich für den Trend zum Ökostrom ist in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz, welches im Jahr 2000 erstmals verabschiedet und im Jahr 2009 noch einmal leicht modifiziert wurde. Dieses Gesetz legt unter anderem lukrative staatliche Förderungen für die Produktion und Förderung von erneuerbaren Energien fest. Aufgrund seines Erfolges wurde es in über 60 Staaten fast 1:1 kopiert und ebenfalls eingeführt.

Durch das Gesetz können Menschen, die beispielsweise in eine Photovoltaikanlage investieren, mit einer zusätzlichen staatlichen Förderung für jede Kilowattstunde Strom rechnen, die von dort aus ins Netz eingespeist wird. Um Investoren dabei zusätzlichen Anreiz zu einer schnellen Investition zu geben, sinkt die Höhe der Förderung auf Basis der im Vorjahr neu dazugekommenen Photovoltaikanlagen Jahr für Jahr. Die Förderung durch den Staat unterliegt einer beachtlichen Laufzeit von 20 Jahren. Ziel dieser langen Laufzeit ist es, den Investoren Investitionssicherheit gewähren zu können. Aber auch andere alternative Energieformen werden staatlich gefördert, so zum Beispiel Windenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft.

2010 gab der Staat für diese Förderung neuer Energien etwa 4,7 Milliarden Euro aus. Diese Zahl beschreibt eine beeindruckende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2000 die direkten staatlichen Ausgaben zur Förderung des Ökostroms bei nur 889 Millionen Euro lagen.