Was ist echter Ökostrom?

Ökostrom ist unter deutschen Verbrauchen auf dem Vormarsch. Die allgegenwärtige Präsenz der Thematik Atomkraft und deren Gefahren in den Medien sowie die Katastrophe von Fukushima haben den Trend zum Ökostrom noch einmal bekräftigt. Doch was ist eigentlich echter Ökostrom und wie stellt man sicher, dass man wirklich echten Ökostrom bekommt?

Windkraftanlagen

© Hemera/Thinkstock

Der Begriff Ökostrom ist nach wie vor nicht einheitlich definiert. Selbst auf Bundesebene gibt es keine geltende Einheitsdefinition. Der Bundesverband Erneuerbare Energie erlaubt diese Bezeichnung daher für alle Stromprodukte, die mindestens zu 50% aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Hierzu zählen beispielsweise Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie. Die andere Hälfte des Stromprodukts muss in diesem Fall jedoch aus sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen. Diese Anlagen können zwar mit erneuerbaren Energien wie Biogas oder Pflanzenöl betrieben werden, es ist jedoch auch ein Betrieb eines solchen Kraftwerks mit Hilfe von althergebrachten fossilen Brennstoffen wie Braunkohle möglich. Unter Kritikern wird ein solches Stromprodukt daher nicht als echter Ökostrom angesehen.

Auf keinen Fall um Ökostrom handeln muss es sich jedoch bei Stromprodukten, die mit dem sogenannten RECS-Zertifikat ausgezeichnet sind. Energiekonzerne die mit diesem Label werben, haben von einem Hersteller regenerativer Energien ein solches Zertifikat über eine bestimmte Strommenge gekauft. Diese eingekaufte Strommenge wird dem Kunden dann als Ökostrom verkauft. De facto stellen die Energiekonzerne damit also lediglich eine Garantie aus, dass irgendwo in Europa von einem Hersteller regenerativer Energien die vom Kunden bezogene Jahresstrommenge an Kilowattstunden produziert wird. Der Strom, der letztendlich beim Verbraucher ankommt, kann aber auch herkömmlicher, aus fossilen Brennstoffen produzierter Strom sein.

Wie stellt man sicher, dass man wirklich Ökostrom bekommt?

Wer als Verbraucher wirklich nur „echten“ Ökostrom beziehen will, sollte darauf achten, dass der Strom des gewählten Energieversorgungsunternehmens wirklich ausschließlich aus rein erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Unternehmen, die tatsächlich ein solches reines Ökostromprodukt anbieten und auch von der Stiftung Warentest sowie dem TÜV zertifiziert wurden. Ebenfalls empfehlenswert sind Produkte mit Zertifizierung des OK Power-Labels oder Produkte, die mit dem Label des Grüner Strom Label e.V. zertifiziert sind. Abgeraten werden muss dagegen von nicht zertifizierten Ökostromprodukten. Hier wird meist Strom aus seit langer Zeit bestehenden umweltfreundlichen Energiequellen umverteilt und teurer verkauft. Zum Ausgleich erhalten dafür Kunden mit „normalem“ Stromtarif Produkte mit einem höheren durch fossile oder nukleare Brennstoffe hergestellten Energieanteil. Für die Umwelt besteht durch solche unzertifizierten Produkte also keinerlei Nutzen. Im Zweifelsfall hilft die Selbstversorgung mit umweltfreundlich gewonnenem Strom, beispielsweise per eigener Photovoltaikanlage.