Das Unternehmen DESERTEC

Ökologisch unbedenkliche Energiegewinnung ist für das Fortbestehen des Planeten Erde sehr wichtig. Wegen der lokalen natürlichen Gegebenheiten sind alternative Energiequellen aber nicht immer wirklich effektiv. So lohnt sich eine Solaranlage in Deutschland in den Wintermonaten kaum. Viel nützlicher wäre es daher, die alternative Energieproduktion da zu betreiben, wo die natürlichen Ressourcen am effektivsten genutzt werden können. Dies hat sich die DESERTEC-Foundation zur Aufgabe gemacht.

Was ist die DESERTEC-Foundation?

Bei der DESERTEC-Foundation handelt es sich um eine zivilgesellschaftliche, weltweit agierende Initiative zur Zukunftsgestaltung. Sie wurde am 20. Januar 2009 in der Form einer gemeinnützigen Stiftung gegründet und ging aus einem Kreis verschiedener Politiker, Wissenschaftler und Ökonomen aus der Mittelmeerregion hervor, die gemeinsam das DESERTEC-Konzept entwickelten. Heute ist die DESERTEC-Foundation mit 20 Mitarbeitern rund um die Welt aktiv.

Das DESERTEC-Konzept

Grundsätzlich versucht die DESERTEC-Foundation, Klimaschutz, Energiesicherheit und Entwicklung zu sichern, indem in Zukunft besonders ressourcenreiche Standorte (beispielsweise Küsten für Windkraftenergie) genutzt werden sollen, um Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen.
So setzt sich die DESERTEC-Foundation beispielsweise besonders stark für den Bau von Geothermik-Kraftwerken in Wüstengebieten ein. Alle Wüsten der Erde werden von der Sonne innerhalb von 6 Stunden mit so viel Energie versorgt, wie die Menschheit weltweit in einem Jahr verbraucht. Durch die Nutzung dieser Energie könnte die bisherige Energieversorgung sinnvoll ergänzt oder gar ersetzt werden. Um die Energie aus den Wüsten zum Endverbraucher zu transportieren, sollen Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen eingesetzt werden, die auch über große Distanzen nur leichte Energieverluste verzeichnen. Pro 1.000 Kilometer Leitung gehen nur rund 3% der Energie verloren. Da 90% der Erdbevölkerung innerhalb einer Entfernung von etwa 3.000 Kilometern zur Wüste lebt, könnte dieses Konzept nicht nur für Europa, sondern auch für Amerika, Australien, Südafrika, Indien, Ostasien sowie Subsahara-Afrika eingesetzt werden.

Sicherheitspolitische Vorteile als Nebeneffekt

Das DESERTEC-Konzept würde laut eigener Aussage der DESERTEC-Foundation nicht nur zur Lösung des weltweiten Energie-Problems beitragen, sondern auch das Konfliktpotenzial rund um knappe Ressourcen wie Trinkwasser und fossile Brennstoffe entschärfen. Die gemeinsame Erschließung der alternativen Energien soll außerdem durch Verflechtung und das Eingehen neuer Handelsbeziehungen Frieden und ein gemeinschaftlicheres Zusammenleben sichern.

Prominente Unterstützung

Das Konzept der DESERTEC-Foundation hat mittlerweile weltweit Anklang gefunden und wird von verschiedenen Prominenten unterstützt. Darunter befinden sich sowohl im Umweltschutz engagierte Größen aus der Politik, beispielsweise der frühere US-Vizepräsident Al Gore und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, als auch verschiedene Monarchen wie Prinz Willem-Alexander der Niederlande oder Prinz Hassan Bin Talal von Jordanien, die das DESERTEC-Konzept als wichtigen Schritt weg von der nuklearen Energie loben.